Heute Morgen bin ich aufgewacht und mein Körper fühlte sich einfach nur schwer an.
Ich konnte nicht aufstehen.
Das stimmt nicht ganz.
Eigentlich wollte ich schon aufstehen.
Duschen.
Frühstück machen.
Kaffee kochen.
Und anschließend an den Schreibtisch, denn meine Statik wartet nicht darauf, dass ich ausgeschlafen bin.
Aber da war diese Schwere.
Nicht die Art von Schwere, die Angst macht.
Nicht die Art von Schwere, die nach Hoffnungslosigkeit klingt.
Eher die Schwere nach einer langen Wanderung.
Als hätte mein Körper beschlossen:
„Jetzt setzen wir uns erstmal hin und schauen zurück, bevor wir weitergehen.“
Also habe ich zurückgeschaut.
Und plötzlich wurde mir bewusst, wie viel in diesem Monat eigentlich passiert ist.
Ein Familientreffen voller Wärme
Familientreffen können viele Elemente haben. Sie können
Laut sein.
Anstrengend.
Verbindend. 💞
Manchmal auch herausfordernd.
Aber nicht bei meiner wundervollen Familie. Cousins und Cousinen mit Partnern, Kindern, meine Tanten und Onkel: von allen Seiten habe ich ausschließlich positive Resonanz erlebt.
Sie sind alle gern meiner Einladung gefolgt, offen, interessiert aneinander.
(Und am guten Essen 😉)
Nichts musste verteidigt werden.
Nichts erklärt werden.
Ich durfte einfach da sein und die gemeinsamen Stunden genießen. Und alle haben sich gefreut, einander zu treffen und sich auszutauschen, sich neu kennenzulernen.
Vielleicht klingt das selbstverständlich.
Für mich war es ein Geschenk.
Manchmal merken wir erst hinterher, wie wohltuend es ist, wenn Menschen uns sehen und annehmen, ohne dass wir dafür etwas leisten müssen.
Lernen, wachsen und die Komfortzone verlassen
Ein wichtiger Teil meines Monats gehörte dem Tellington-TTouch®-Zertifikatslehrgang.
Schon die Entscheidung, überhaupt hinzufahren, war für mich nicht selbstverständlich.
Denn zu dieser Entscheidung gehörte auch Muck.
Und damit die Frage: Kann ich ihm und mir diese Reise zumuten?
Die Fahrten waren lang und trotz Tabletten gegen Reiseübelkeit hat er gehechelt und gespeichelt.
Jedes Mal sitzt dann nicht nur ein Hund im Auto.
Ich sitze daneben und frage mich:
- War das die richtige Entscheidung? Oder soll ich lieber schnell zurück in unsere sichere Umgebung fahren?
- Habe ich genug Rücksicht genommen?
- Kann ich ihm das wirklich zumuten?
- Was kann ich tun, damit Muck sich besser fühlt?
Diese Gedanken fahren immer mit.
Und trotzdem gab es diesen einen Moment, der mich tief berührt hat:
Als wir nach dem Lehrgang wieder am Auto ankamen, ist Muck freiwillig eingestiegen.
Einfach so.
Vielleicht verstehst Du sofort, warum mich das bewegt hat.
Vielleicht klingt es für andere unspektakulär.
Für mich war es das nicht.
Denn vor der ersten Fahrt hatte er alles versucht, um nicht zum Auto zu gehen.
Seit zwei Jahren ist es für mich beinah unerträglich, mitanzusehen, welchen Stress Autofahren, oder auch nur die Möglichkeit, dass wir Autofahren könnten, bei Muck auslöst.
Und dann steigt er freiwillig ins Auto ein.
Ich weiß nicht, ob Du Dir vorstellen kannst, dass dieser eine kleine Moment etwas ganz besonderes für mich war.
Dabei geht es nicht darum, dass plötzlich alles leicht geworden wäre.
Sondern es geht um Vertrauen.
Um Erfahrungen. Um das Gefühl gesehen und wahrgenommen werden.
Es geht um Veränderung in eigenem Tempo.
Und um einen Hund, der offenbar beschlossen hatte, dass das Auto nicht mehr ganz so schlimm ist wie zuvor.
Weil ich ihm helfen kann, sich ruhig zu fühlen. Zusätzlich zu allem, was ich sowieso zur Entspannung und für unser Gleichgewicht mache, mit der Trust Technique.
Das habe ich vorher zusammen mit Ulrike intensiv geübt und wende es immer wieder auch im Alltag an. Hier kannst Du mehr darüber erfahren: https://www.tiere-in-ihrer-balance.de/
Was Lernen mit mir macht
Im Lehrgang ging es natürlich um Tellington TTouch®.
Um achtsame Beobachtung, um Körpersprache, immer wieder ins Gleichgewicht kommen und alles mit Freude und viel Spaß.
Ich bin noch tiefer eingetaucht, in die vielen kleinen Details, die oft einen besonderen Unterschied machen. Die Details mit denen es nochmal klarer und leichter wird, wie wir gelassen zusammen durchs Leben gehen können.
Doch wie so oft habe ich nicht nur etwas über Hunde gelernt.
Ich habe auch etwas über mich gelernt.
Jedes Mal, wenn ich mich auf Neues einlasse, verlasse ich meine Komfortzone ein Stück weiter. Diesmal ein ganz ordentliches Stück.
Nach außen sieht das vielleicht leicht aus.
Nach innen fühlt es sich ganz anders an.
Denn Entwicklung bedeutet nicht nur Begeisterung, auch wenn ich begeistert alles aufgesogen habe, was wir gemacht haben.
Entwicklung bedeutet auch Unsicherheit.
Fragen wie: „mach ich das richtig?“
Erfahrungen, hier und da darf ich raus aus meinen Gewohnheiten und z. B. wie ich durch Veränderung meiner Körperhaltung eine wunderschöne Kooperation mit Muckk erreiche. Immer wieder.
Und am Ende des Tages neben der Freude über das Erreichte und Erlebte auch Müdigkeit.


Zwei Tage Sonne und Garten
Nach dem Lehrgang hatte ich zwei ruhige Tage zuhause. Die hatte ich bewusst eingeplant, um nach der Reise wieder im Alltag anzukommen.
Zwei Tage mit Sonne, die ich unter anderem genutzt habe für einige Gartenarbeiten.
Pflanzen. Gestalten, Aufräumen.
Nichts Spektakuläres. Erde unter den Fingernägeln.
Raus aus dem Kopf, rein in den Körper und fühlen mit allen Sinnen.
Ich habe gearbeitet, gezupft, geschnitten und beobachtet.
Und am Ende gab es ein sichtbares Ergebnis.
Es war schöner als vorher. Wunderschöne Pflanzen verströmen einen phantastischen Anblick.
Natur tut mir gut.
Weil die Natur mich immer wieder daran erinnert, dass Entwicklung Zeit und Raum braucht.
Und Ruhe.

Freude im Büro
Gestern kam ich nach meinem Urlaub den ersten Tag ins Büro.
Meine Kollegin drehte sich zu mir um und ich konnte sehen, wie sich eine Freude in ihrem ganzen Körper ausgereitet hat, mich zu sehen. Das war sooo herzerwärmend und ich habe mich den ganzen Tag darüber gefreut.
Es war nicht einfach höflich oder gespielt, sondern ehrlich.
So ehrlich, dass ich noch Stunden später daran denken musste.
Vielleicht, weil solche Momente selten sind.
Vielleicht, weil sie viel kostbarer sind, als wir ihnen oft zugestehen.
Es gibt Menschen, bei denen wir merken:
Unsere Anwesenheit macht einen Unterschied. 🧡
Für wen machst Du heute einen Unterschied?
Oder wer erwärmt Dein Herz?
Die Statik und die Freude an Fortschritten
Auch beruflich bin ich in diesem Monat gut vorangekommen.
Kurzer Exkurs:
diese Webseite widmet sich der Hunde-Entspannung mit Tellington-TTouch® und damit möchte ich die Welt für die Hunde und ihre Menschen friedlicher machen. Im anderen Teil meines Lebens bin ich Bauingenieurin, angestellt in einem Ingenieurbüro. und erstelle statische Berechnungen (kurz: Statik). Dabei berechne ich für Bauwerke, welche Abmessungen sie brauchen, oder welche Maßnahmen, damit das Bauwerk im Gleichgewicht und somit lange standsicher ist.
Die statischen Berechnungen, an denen ich arbeite, gehen mir gut von der Hand und die Arbeit macht richtig Spaß, weil ich die Fortschritte sehe.
Und obwohl Außenstehende wahrscheinlich wenig Begeisterung für Zahlen, Nachweise und Berechnungen empfinden würden, mag ich genau dieses Gefühl:
Etwas verstehen. Ein Bild in meiner Vortsellung entstehen lassen.
Ein Problem lösen.
Vorankommen.
Fortschritt sehen.
Die Wünsche und Bedürfnisse der Auftraggeber in Bezug auf ihr Bauwerk erfüllen können.
Vielleicht verbindet mich das mehr mit meiner Arbeit mit Menschen und Hunden, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Denn auch dort geht es oft darum, genau hinzusehen, Zusammenhänge zu erkennen und Schritt für Schritt Lösungen zu entwickeln.
Individuell verschieden je nach Auftraggeber.
Der eine legt Wert auf eine hochwertige Ausstattung, der andere möchte es funktional.
Dem einen ist dieses Detail wichtig, dem anderen ein anderes.
Der eine möchte mit Mauerwerk und Beton bauen, der andere mit Holz.
Ich darf darauf im Rahmen der statischen Möglichkeiten eingehen und kreativ sein.
Und dann kam die Erschöpfung
Gestern Abend habe ich all diese Ereignisse aufgeschrieben.
Nicht für einen Blogartikel.
Nicht für einen Newsletter.
Sondern einfach für mich.
Ich wollte sortieren.
Verstehen.
Zurückschauen.
Verarbeiten.
Und heute Morgen lag ich da.
Mit Rückenschmerzen.
Mit Schwere.
Mit Müdigkeit.
Und plötzlich fragte ich mich:
Was ist eigentlich los?
Bis mir klar wurde:
Vielleicht ist gar nichts los.
Vielleicht meldet sich einfach mein Körper.
Vielleicht verarbeitet er gerade all das, was mein Kopf längst als erledigt abgeheftet hat.
Denn wir sprechen oft darüber, dass Belastungen Energie kosten und das Pausen zur Erholung essentiell sind.
Aber Freude kostet ebenfalls Energie.
Lernen kostet Energie.
Wachstum kostet Energie.
Begegnungen kosten Energie.
Selbst die schönsten Erfahrungen wollen verarbeitet werden.
Auch Freude braucht eine Pause
Vielleicht ist das meine wichtigste Erkenntnis aus diesem Monat:
Wir dürfen müde sein, obwohl alles gut läuft.
Wir dürfen erschöpft sein, obwohl wir glücklich sind.
Wir dürfen Pausen brauchen, obwohl wir genau das tun, was wir lieben.
Vielleicht ist Erschöpfung nicht immer ein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft.
Manchmal ist sie einfach ein Zeichen dafür, dass wir unterwegs waren.
Und wenn ich auf diesen Mai zurückblicke, dann war ich unterwegs.
Mit Muck.
Mit Menschen.
Mit neuen Erfahrungen.
Mit Mut.
Ich habe gelernt.
Mit Freude.
Und deshalb bekommt die Freude heute ihre Pause.















